• Inhaltsstoffe
  • CI 77891 erklärt - Wirkung und Risiken in Kosmetik

CI 77891 erklärt - Wirkung und Risiken in Kosmetik

Annika Nolte

Annika Nolte

|

19. September 2026

Zutatenliste von Gelee-Bohnen mit Farbstoffen wie CI 77891 (Titandioxid) für eine leuchtende Farbe.

Weiße Rückstände auf der Haut, ein gleichmäßiger Teint oder der Blick auf eine Zahnpasta-Inhaltsstoffliste führen oft zu derselben Frage: Was steckt hinter CI 77891? Gemeint ist Titandioxid, ein mineralisches Weißpigment, das Kosmetikprodukten Farbe, Deckkraft und teilweise UV-Schutz verleiht. Entscheidend sind dabei nicht nur der Stoff selbst, sondern auch seine Form, Partikelgröße und die Art der Anwendung.

CI 77891 ist ein weißes Pigment mit klaren Grenzen bei inhalierbaren Pulvern

  • Bezeichnung: CI 77891 steht für Titandioxid beziehungsweise Titanium Dioxide.
  • Funktion: Der Stoff sorgt für Weißfärbung, Deckkraft und ein gleichmäßigeres Finish.
  • Haut: Über intakte Haut wird Titandioxid nach aktuellem Wissensstand kaum aufgenommen.
  • Vorsicht: Feiner Staub und Sprühnebel sollten nicht eingeatmet werden.
  • Nano-Hinweis: Die Kennzeichnung „Titanium Dioxide (nano)“ weist auf die Nanoform hin.

Was sich hinter dem Farbstoff verbirgt

CI 77891 ist die kosmetische Bezeichnung für Titandioxid, kurz TiO₂. Chemisch handelt es sich um eine anorganische, mineralische Verbindung, die als besonders helles Weißpigment eingesetzt wird. Der Farbstoff ist nicht mit einem pflanzlichen Wirkstoff gleichzusetzen und pflegt die Haut nicht im eigentlichen Sinn.

In einer Zutatenliste kann Titandioxid auch unter der englischen Bezeichnung Titanium Dioxide auftauchen. Die Zahl 77891 ist die Colour-Index-Nummer, mit der Farbstoffe in kosmetischen Produkten eindeutig gekennzeichnet werden. Das BfR nennt Titandioxid unter dieser Bezeichnung unter anderem als Weißpigment in Zahnpasta und dekorativer Kosmetik.

Häufig wird der Stoff mit einem bedenklichen „chemischen Zusatz“ gleichgesetzt. Diese Einordnung greift zu kurz. Ich achte zuerst darauf, in welcher Produktform der Inhaltsstoff vorliegt, denn ein gebundenes Pigment in einer Creme ist anders zu bewerten als ein frei schwebender Puderstaub.

Welche Aufgabe Titandioxid in Kosmetik übernimmt

Die wichtigste Funktion ist die weiße Farbe. Schon geringe Mengen können eine Rezeptur aufhellen, Farbtöne ausgleichen oder dafür sorgen, dass ein Make-up stärker deckt. In Cremes wird das Pigment außerdem genutzt, um die Optik einer Formulierung zu verändern und einen gleichmäßigeren Farbeindruck zu erzeugen.

Funktion Was sie bewirkt Typische Produkte
Weißpigment Aufhellung und klare, helle Farbe Cremes, Zahnpasta, dekorative Kosmetik
Deckpigment Gleicht Rötungen optisch aus und erhöht die Deckkraft Foundation, Concealer, Puder
Farbkorrektur Verändert oder stabilisiert den Farbton einer Rezeptur Make-up, getönte Pflege
Mineralischer UV-Filter Reflektiert und streut einen Teil der UV-Strahlung Sonnenschutzprodukte

Bei Sonnenschutz ist eine wichtige Unterscheidung nötig. Titandioxid kann dort als UV-Filter eingesetzt werden, während es in Make-up vor allem als Farbstoff dient. Die Schutzwirkung hängt von Konzentration, Partikelgröße, Beschichtung und der gesamten Rezeptur ab. Ein Make-up mit CI 77891 ist deshalb nicht automatisch ein vollwertiger Sonnenschutz.

Ein häufiger praktischer Nachteil ist der sogenannte White Cast, also ein sichtbarer weißlicher Film. Er fällt besonders bei höher pigmentierten Produkten und dunkleren Hauttönen auf. Feinere Partikel können diesen Effekt verringern, ändern aber nichts daran, dass die konkrete Formulierung den größten Unterschied macht.

Ist der Inhaltsstoff für die Haut problematisch

Für die normale äußerliche Anwendung gilt Titandioxid nicht als typischer hautreizender oder pflegender Wirkstoff. Nach der Einschätzung des BfR wird es über intakte Haut nicht nennenswert aufgenommen. Das erklärt, warum der Stoff in vielen Cremes, Make-up-Produkten und Sonnenschutzformulierungen verwendet werden kann.

Die größere Aufmerksamkeit gilt der Einatmung feiner Partikel. Lose Puder, Aerosole und Sprays können Partikel in die Atemluft bringen, besonders wenn sie direkt in Gesichtsnähe angewendet werden. Ich würde deshalb stark staubende Produkte nicht überbewerten, aber konsequent vorsichtig auftragen und Sprühnebel niemals absichtlich einatmen.

Das Risiko hängt stark von der Anwendung ab. Eine kompakte Foundation, eine Creme oder eine Paste bindet das Pigment in der Rezeptur. Bei losem Puder ist die Staubentwicklung höher, bei Aerosolen kommt zusätzlich der Sprühnebel hinzu.

  • Unkritischer in der Anwendung: Creme, Lotion, kompakte Foundation oder gebundene Paste.
  • Aufmerksamer verwenden: loser Gesichtspuder und stark staubende Mineralprodukte.
  • Besonders vorsichtig: Sprays und Aerosole, die in Richtung Gesicht oder Mund gelangen können.

Bei empfindlicher Haut ist weniger die Bezeichnung CI 77891 entscheidend als die gesamte Rezeptur. Duftstoffe, Konservierungsmittel oder bestimmte Pflanzenextrakte sind in der Praxis oft die relevanteren Auslöser für Unverträglichkeiten. Bei einer bekannten Reaktion sollte das Produkt trotzdem abgesetzt und die vollständige INCI-Liste geprüft werden.

Welche Regeln in Deutschland und der EU gelten

Für Kosmetik in Deutschland gilt die europäische Kosmetikverordnung. Titandioxid ist dort als weißer Farbstoff zugelassen, allerdings mit Einschränkungen für bestimmte Pulverformen und Anwendungen. Maßgeblich ist unter anderem, ob ein Produkt Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von höchstens 10 Mikrometern enthält und dadurch eingeatmet werden könnte.

Für lose Gesichtspuder gilt eine maximale Konzentration von 25 Prozent. Bei Haarsprays mit pigmentärem Titandioxid liegen die Grenzwerte bei 1,4 Prozent für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie 1,1 Prozent für die professionelle Anwendung. Andere Produkte dürfen nicht so verwendet werden, dass eine relevante Inhalation durch die Endverbraucher entsteht.

Diese Angaben betreffen vor allem die Produktkategorie und die Partikeleigenschaften. Sie bedeuten nicht, dass jedes Produkt mit CI 77891 gefährlich ist. Die zugelassene Rezeptur muss so gestaltet sein, dass die vorgesehene Anwendung sicher möglich bleibt.

Auch der Hinweis auf die Nanoform ist wichtig. Steht in der Zutatenliste „Titanium Dioxide (nano)“, handelt es sich um Titandioxid in Nanomaterialform. Für diese Form gelten zusätzliche Vorgaben, etwa zu Partikelgröße, Beschichtung und Anwendungen mit möglicher Inhalation. Das Wort „nano“ ist daher kein bloßes Marketingdetail, sondern eine regulatorisch relevante Information.

So bewertest du CI 77891 auf der Zutatenliste

Beim Lesen der INCI-Liste schaue ich nicht nur auf den Namen, sondern auf drei Punkte: Produktform, Platzierung und Anwendung. Ein kompakter Puder für den punktuellen Auftrag ist anders einzuschätzen als ein frei staubendes Pulver oder ein Spray für das Gesicht.

Die Position in der Zutatenliste kann einen groben Hinweis auf die Menge geben, ist bei Farbstoffen aber nur eingeschränkt aussagekräftig. Inhaltsstoffe oberhalb von 1 Prozent werden normalerweise in absteigender Reihenfolge aufgeführt; Bestandteile unterhalb dieser Schwelle können flexibler angeordnet sein.

Was du auf der Packung siehst Was es bedeutet Praktische Einordnung
CI 77891 Titandioxid als Farbstoff Vor allem für Weißfärbung und Deckkraft
Titanium Dioxide Ausgeschriebene Stoffbezeichnung Kann je nach Funktion in der Rezeptur verwendet werden
Titanium Dioxide (nano) Nanoform des Titandioxids Auf Anwendungshinweise und Produktart achten

Wer eine möglichst schlichte Hautpflege bevorzugt, muss den Stoff nicht automatisch meiden. In einer Creme kann er schlicht für Farbe oder Konsistenz verantwortlich sein. Bei losem Mineralpuder würde ich dagegen auf eine staubarme, gut gepresste Textur und eine Anwendung ohne Einatmen achten.

Auch Naturkosmetik ist kein Freifahrtschein für jede Formulierung. Die Herkunft aus einem Mineral sagt noch nichts darüber aus, ob ein Produkt ein bestimmtes Naturkosmetik-Siegel trägt. Dafür sind die jeweiligen Zertifizierungsregeln und die konkrete Verarbeitung entscheidend.

Was bei der persönlichen Auswahl wirklich zählt

Für die meisten Menschen ist CI 77891 in einer gut formulierten Creme oder einem gebundenen Make-up kein Grund zur Sorge. Ich würde die Entscheidung vielmehr an der Darreichungsform festmachen und Produkte vermeiden, die beim Auftragen sichtbar stauben oder als feiner Sprühnebel in die Atemluft gelangen.

Wer unter sehr empfindlicher Haut, einer bestehenden Atemwegserkrankung oder wiederkehrenden Reaktionen leidet, sollte neue Produkte zunächst sparsam testen. Bei Beschwerden wie anhaltendem Husten, Atemnot oder einer deutlichen Hautreaktion gehört das Produkt nicht weiter in die Routine. Solche Symptome sollten medizinisch abgeklärt werden.

Unterm Strich ist das Pigment weder ein klassischer Pflegewirkstoff noch pauschal ein problematischer Inhaltsstoff. Gebunden auf der Haut erfüllt es vor allem eine optische Funktion, während bei pulverförmigen und sprühbaren Produkten die Vermeidung von Inhalation den entscheidenden Unterschied macht.

Wer die Zutatenliste mit diesem Blick liest, kann CI 77891 deutlich nüchterner einordnen. Nicht der Name allein entscheidet, sondern das Zusammenspiel aus Partikelgröße, Konzentration, Rezeptur und der Art, wie das Produkt tatsächlich aufgetragen wird.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

CI 77891 ist die kosmetische Bezeichnung für Titandioxid, ein mineralisches Weißpigment. Es sorgt für Weißfärbung, mehr Deckkraft und einen gleichmäßigeren Farbton, etwa in Cremes, Zahnpasta, Foundation und Puder. In Sonnenschutz kann es zusätzlich als mineralischer UV-Filter eingesetzt werden.

Nach aktuellem Wissensstand wird Titandioxid über intakte Haut kaum aufgenommen und gilt bei normaler äußerlicher Anwendung nicht als typischer hautreizender Wirkstoff. Entscheidend ist die Produktform: Eine Creme oder gebundene Paste bindet das Pigment stärker als loser Puder oder ein Spray.

Besondere Vorsicht ist bei losem Gesichtspuder, stark staubenden Mineralprodukten, Sprays und Aerosolen sinnvoll. Feine Partikel und Sprühnebel können in die Atemluft gelangen. Produkte sollten daher staubarm aufgetragen und niemals absichtlich in Richtung Gesicht oder Mund gesprüht beziehungsweise eingeatmet werden.

Die Kennzeichnung weist auf Titandioxid in Nanomaterialform hin. Für diese Form gelten zusätzliche Vorgaben zu Partikelgröße, Beschichtung und Anwendungen mit möglicher Inhalation. Neben dem Namen sollten deshalb Produktart, Darreichungsform und Anwendungshinweise beachtet werden.

Nein. In Make-up dient CI 77891 meist als Farbstoff und Deckpigment. Nur wenn Titandioxid gezielt als UV-Filter eingesetzt wird, kann es zur Schutzwirkung beitragen, die von Konzentration, Partikelgröße, Beschichtung und der gesamten Rezeptur abhängt.
Artikel bewerten

Durchschnitt: 0.0 / 5 · 0 Bewertungen

Tags

titandioxid kosmetik sonnenschutz nanomaterialien zahnpasta

Beitrag teilen

Autor Annika Nolte
Annika Nolte
Mein Name ist Annika Nolte und ich habe vier Jahre Erfahrung in der Welt der natürlichen Hautpflege, Wellness und Kosmetik. Mein Interesse an diesen Themen begann, als ich nach sanften und effektiven Lösungen für meine eigene Hautpflege suchte. Ich liebe es, komplexe Informationen zu recherchieren und sie so aufzubereiten, dass sie für jeden verständlich sind. Dabei vergleiche ich verschiedene Ansätze und Trends, um meinen Lesern die besten und aktuellsten Tipps zu bieten. In meinen Beiträgen konzentriere ich mich darauf, die Vorteile natürlicher Inhaltsstoffe hervorzuheben und praktische Ratschläge zu geben, die den Alltag bereichern können. Mein Ziel ist es, nützliche und präzise Informationen zu liefern, die nicht nur informativ sind, sondern auch inspirieren, die eigene Hautpflege zu überdenken und zu verbessern.
Kommentare (0)
Kommentar hinzufügen