Ein tiefblaues Duschgel, eine farbige Haarspülung oder ein auffälliger Lippenstift verdankt seinen Farbton manchmal einem unscheinbaren Eintrag in der Zutatenliste. CI 42090 bezeichnet einen synthetischen blauen Farbstoff, der kosmetische Formulierungen, Haut, Nägel oder Haare einfärbt. Ich ordne ein, unter welchen Namen der Stoff erscheint, wofür er verwendet wird, wie die Sicherheitslage in Deutschland aussieht und worauf Menschen mit empfindlicher Haut achten sollten.
Brillantblau FCF auf einen Blick eingeordnet
- Funktion: CI 42090 ist ein blauer kosmetischer Farbstoff ohne pflegende Wirkung.
- Weitere Namen: Brillantblau FCF, E 133, Food Blue 2, FD&C Blue 1 und Acid Blue 9.
- Ursprung: Der Stoff wird synthetisch hergestellt und ist nicht pflanzlichen Ursprungs.
- Rechtliche Lage: In der EU dürfen zugelassene Farbstoffe nur unter den Bedingungen der Kosmetikverordnung eingesetzt werden.
- Hautverträglichkeit: Eine individuelle Reaktion ist möglich, auch wenn der Farbstoff in zugelassenen Produkten verwendet wird.
Was hinter der Kennzeichnung steckt
Die Buchstaben CI stehen für „Colour Index“. Die nachfolgende Nummer dient als international verwendete Kennzeichnung eines Farbstoffs und sagt zunächst nur, welcher Farbgeber in der Rezeptur steckt. Sie beschreibt weder die Qualität des gesamten Produkts noch dessen Pflegewirkung.
In der deutschen Kosmetikdatenbank wird der Stoff vor allem als Brillantblau FCF geführt. Chemisch gehört er zu den Triphenylmethanfarbstoffen. Für die tägliche Kaufentscheidung muss man die komplizierte chemische Bezeichnung jedoch nicht auswendig kennen. Entscheidend ist, dass es sich um einen wasserlöslichen blauen Farbstoff synthetischen Ursprungs handelt.
| Bezeichnung | Bedeutung |
|---|---|
| CI 42090 | Colour-Index-Nummer für den kosmetischen Farbstoff |
| Brillantblau FCF | Gebräuchlicher Name des blauen Farbstoffs |
| E 133 | Bezeichnung als zugelassener Lebensmittelfarbstoff |
| Acid Blue 9 | Bezeichnung, die unter anderem bei Haarfärbemitteln vorkommt |
| Blue 1 Lake | Eine schwerer lösliche Lackform beziehungsweise Aluminiumsalz-Variante |
Die verschiedenen Namen können verwirrend wirken. Sie bedeuten nicht automatisch, dass jedes Produkt dieselbe Rezeptur enthält. Salze, Lacke und regionale Kennzeichnungen können sich unterscheiden, während der zugrunde liegende Farbton eng miteinander verbunden bleibt.
Wofür der blaue Farbstoff in Kosmetik eingesetzt wird
Seine Aufgabe ist in erster Linie optischer Natur. Der Farbstoff macht ein Produkt blauer, lässt ein transparentes Gel intensiver wirken oder hilft dabei, einen bestimmten Farbton in Make-up und Haarprodukten zu erzeugen. Pflegen, reinigen, glätten oder konservieren kann er die Haut nicht.
Ich finde diese Unterscheidung besonders wichtig, weil eine kräftige Farbe oft unbewusst mit einer besonderen Wirksamkeit verbunden wird. Ein blaues Shampoo ist nicht automatisch beruhigender, ein farbiges Serum nicht hochwertiger und ein türkisfarbenes Duschgel nicht gründlicher reinigend. Die eigentliche Leistung kommt von den übrigen Inhaltsstoffen.
Typische Produktgruppen
- Dusch- und Badeprodukte, bei denen die Farbe das Nutzungserlebnis prägt
- Shampoos und Conditioner, besonders bei farblich abgestimmten oder temporären Haarprodukten
- Haarfärbemittel, in denen der Farbstoff direkt zur Tönung beitragen kann
- Make-up wie Lidschatten, farbige Gele oder bestimmte Lippenprodukte
- Nagelprodukte und dekorative Kosmetik mit blauen oder violetten Nuancen
Bei dekorativer Kosmetik kann die Kennzeichnung auch mit einem Hinweis wie „may contain“ oder „kann enthalten“ verbunden sein. Dann betrifft der Farbstoff möglicherweise nur einzelne Farbvarianten einer Produktreihe. Wer eine bestimmte Nuance vermeiden möchte, sollte deshalb die Zutatenliste genau des gekauften Farbtons prüfen.
Ist die Verwendung in Deutschland erlaubt und sicher
Für Kosmetik in Deutschland gilt das europäische Kosmetikrecht. Farbstoffe müssen in der entsprechenden Positivliste des Anhangs IV der Kosmetikverordnung aufgeführt sein und dürfen nur innerhalb der dort geltenden Vorgaben eingesetzt werden. Zusätzlich muss der Hersteller die Sicherheit des fertigen Produkts bewerten, nicht nur die eines einzelnen Farbstoffs.
Das ist eine wichtige, aber nüchterne Aussage. Die Zulassung bedeutet, dass der Stoff unter festgelegten Bedingungen verwendet werden darf. Sie bedeutet nicht, dass jedes Produkt für jede Person gleich gut geeignet ist oder dass eine individuelle Unverträglichkeit ausgeschlossen werden kann.
Ein häufiger Denkfehler entsteht durch die Bezeichnung E 133. Der Farbstoff wird auch bei Lebensmitteln verwendet, doch ein Kosmetikprodukt ist dadurch nicht essbar. Selbst wenn derselbe Farbstoff in beiden Produktarten vorkommt, gelten für die jeweilige Anwendung eigene Sicherheitsanforderungen.
Was bei empfindlicher Haut zählt
Bei empfindlicher, zu Ekzemen neigender oder bereits gereizter Haut würde ich nicht nur auf diesen einen Farbstoff schauen. Häufig sind Duftstoffe, ätherische Öle, Tenside oder Konservierungsmittel für die persönliche Verträglichkeit mindestens genauso relevant. Die gesamte Rezeptur entscheidet darüber, wie angenehm ein Produkt auf der Haut ist.
Kommt es nach der Anwendung wiederholt zu Brennen, Rötung, Juckreiz oder Schwellungen, sollte das Produkt pausieren. Bei deutlichen oder anhaltenden Beschwerden ist eine dermatologische Abklärung sinnvoll. Ein kleiner Verträglichkeitstest an einer unauffälligen Hautstelle kann vor der ersten großflächigen Anwendung helfen, ersetzt aber keine medizinische Diagnose.
Was die Angabe für natürliche Hautpflege bedeutet
CI 42090 ist synthetischen Ursprungs. Wer Naturkosmetik vor allem wegen pflanzlicher Rohstoffe, minimalistischer Rezepturen oder bestimmter Siegel kauft, wird diesen Eintrag deshalb meist kritisch prüfen. Der Farbstoff ist nicht automatisch problematisch, passt aber nicht zu jeder persönlichen Vorstellung von natürlicher Pflege.
Ich rate dazu, zwischen drei Aussagen zu unterscheiden. „Mit natürlichen Inhaltsstoffen“ kann eine Marketingbeschreibung sein, „ohne synthetische Farbstoffe“ ist eine konkrete Produkteigenschaft und ein anerkanntes Naturkosmetik-Siegel folgt eigenen verbindlichen Kriterien. Das Wort „natürlich“ allein beantwortet daher nicht zuverlässig, ob ein Produkt diesen Farbstoff enthält.
Bei zertifizierter Naturkosmetik lohnt sich der Blick auf die Vorgaben des jeweiligen Siegels. Einige Standards erlauben nur natürliche, aus natürlichen Stoffen gewonnene oder ausdrücklich zugelassene naturidentische Bestandteile. Ein synthetischer blauer Farbstoff ist dann nicht automatisch mit den Kriterien vereinbar.
Für mich ist das kein Grund, gefärbte Kosmetik grundsätzlich abzuwerten. Farbe kann die Anwendung angenehmer machen und bei dekorativen Produkten sogar der eigentliche Zweck sein. Wer jedoch eine möglichst reduzierte Gesichtspflege sucht, braucht einen solchen Zusatz meist nicht und kann gezielt zu farbstofffreien Formulierungen greifen.
So liest du die Zutatenliste richtig
Die Kennzeichnung steht häufig eher am Ende der INCI-Liste, weil Farbstoffe meist in kleinen Mengen eingesetzt werden. Aus ihrer Position lässt sich aber nicht automatisch ableiten, dass das Produkt besonders mild oder besonders hochwertig ist. Die Reihenfolge muss immer im Zusammenhang mit der gesamten Rezeptur gelesen werden.
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Eine praktische Prüfung in vier Schritten
- Produktart bestimmen. Ein abzuspülendes Duschgel stellt eine andere Alltagssituation dar als ein Produkt, das stundenlang auf der Haut bleibt.
- Nach dem Farbstoff suchen. Achte auf CI 42090, Brillantblau FCF, Acid Blue 9 oder eine entsprechende Lackform.
- Die übrigen Inhaltsstoffe ansehen. Besonders bei empfindlicher Haut sind Duftstoffe und starke Tenside oft wichtiger für die persönliche Verträglichkeit.
- Die Anwendung beachten. Augenpartie, Lippen, Haare und Körperhaut können unterschiedlich reagieren. Verwende das Produkt nur so, wie es auf der Verpackung vorgesehen ist.
Bei einem Produkt mit mehreren Farbstoffen sollte man nicht nur den blauen Bestandteil isoliert betrachten. Gelbe oder rote Farbstoffe können gemeinsam den sichtbaren Farbton erzeugen. Außerdem kann ein Produkt durch Pigmente, Glimmer oder farbgebende Pflanzenextrakte anders wirken, obwohl der Eintrag in der Zutatenliste ähnlich aussieht.
Wer den Stoff vermeiden möchte, sollte sich nicht allein auf Farbnamen wie „Ocean Blue“ oder „Fresh Aqua“ verlassen. Die INCI-Liste ist die verlässlichere Orientierung. Rezepturen können sich ändern, deshalb sollte man bei einem Nachkauf die aktuelle Verpackung erneut prüfen.
Die Farbe ist nicht die Pflegewirkung
Brillantblau FCF erfüllt in Kosmetik eine klare Aufgabe: Er gibt einer Formulierung, der Haut, den Nägeln oder dem Haar einen blauen Farbton. Er ist synthetisch, funktional und nicht pflegend. In der EU darf er in Kosmetik nur im Rahmen der geltenden Vorgaben verwendet werden, trotzdem bleibt die individuelle Verträglichkeit eine persönliche Frage.
Für die meisten Kaufentscheidungen reicht eine einfache Regel. Wenn du die Farbe magst und das Produkt gut verträgst, ist der Eintrag allein kein Anlass zur Panik. Suchst du dagegen eine zertifizierte Naturkosmetik oder eine besonders puristische Pflege, prüfe das Siegel und die komplette Zutatenliste statt nur auf einzelne Schlagwörter zu reagieren.